Wie das EFE Ergebnisse einordnet – entlang der Wirkungskette statt isoliert

Ergebnisse sind Teil des Systems

Im ersten Beitrag haben wir gezeigt, warum das Excellence Framework Europe (EFE) auf separate Ergebniskriterien verzichtet.

Warum ist das so?

Im EFE-Hexagon sind Ergebnisse integraler Bestandteil des Systems.
Sie machen sichtbar, ob Orientierung trägt, Strategie wirkt, Zusammenarbeit funktioniert, Wertschöpfung überzeugt, Wirkung entsteht und Veränderung gelingt.

Werden Ergebnisse nicht isoliert, sondern im Zusammenhang des Systems betrachtet, aus dem sie hervorgehen, stellt sich eine zentrale Frage:

Wie lassen sich Ergebnisse sinnvoll einordnen?

Ergebnisse sind mehr als Messgrössen

Das EFE verschiebt den Blick: Nicht einzelne Kennzahlen stehen im Zentrum, sondern ihre Bedeutung im System.

Jede Organisation benötigt ein Verständnis dafür, wo und in welcher Form Ergebnisse genutzt werden und wie sie zur Steuerung, Verbesserung und Weiterentwicklung beitragen.

Ergebnisse können dabei unterschiedliche Formen annehmen:

– quantitativ (zahlenbasiert, messbar)
– qualitativ (beschreibend, erfahrungs- oder wahrnehmungsbasiert)

Beide Formen ergänzen sich und werden erst im Zusammenspiel aussagekräftig.

Was Ergebnisse im EFE leisten

Entscheidend ist nicht allein, welche Ergebnisse vorliegen, sondern welche Funktion sie im System erfüllen und wie sie genutzt werden.

Im EFE erfüllen Ergebnisse mehrere Funktionen:

– Nachweis: zeigt, dass Anforderungen erfüllt und Ziele erreicht wurden
– Steuerung: macht Effizienz und Wirksamkeit sichtbar
– Verbesserung: bildet die Basis für Lernen und Weiterentwicklung
– Wirkung: zeigt soziale, ökologische und wirtschaftliche Veränderungen auf
– Veränderung: macht Entwicklung und Transformation nachvollziehbar

Ergebnisse entlang der Wirkungskette einordnen

Um Ergebnisse verständlich zu machen, ordnet das EFE sie entlang einer durchgängigen Wirkungskette:

– Input – eingesetzte Ressourcen,
– Output – erbrachte Leistungen,
– Outcome – geschaffener Nutzen,
– Impact – nachhaltige Wirkung und
– Systemische Effekte – darüber hinausgehende Veränderungen im Umfeld.

Diese Wirkungskette macht nachvollziehbar, wie aus eingesetzten Ressourcen Leistungen entstehen, daraus Nutzen entsteht und dieser schliesslich nachhaltige Wirkung entfaltet.

Damit ersetzt das EFE die isolierte Betrachtung von Ergebnissen durch ein systemisches Verständnis der Zusammenhänge, aus denen Wirkung entsteht.

Erst durch diese Einordnung wird verständlich, welche Bedeutung Ergebnisse tatsächlich haben.

Was das EFE auszeichnet

Ergebnisse sind nicht einfach das, was am Ende gemessen wird.

Sie zeigen, wie gut ein System funktioniert und welche Wirkungen daraus hervorgehen.

Damit verschiebt sich die Perspektive:

– weg von isolierten Kennzahlen
hin zur bewussten Gestaltung von Fähigkeiten und
– hin zum Verständnis der oft komplexen Zusammenhänge, die über Erfolg oder Misserfolg entscheiden

Ergebnisse sind kein Beweis für Ursache und Wirkung. Sie liefern jedoch Hinweise darauf, wie kohärent ein System ist, wie gut organisationale Fähigkeiten ausgeprägt sind und wo Entwicklungspotenziale liegen.

Mit anderen Worten:

Nicht die Ergebnisse selbst stehen beim EFE im Zentrum, sondern das Verständnis der vernetzten Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge, aus denen sie hervorgehen.

Im nächsten Beitrag zeigen wir, warum das EFE den Blick konsequent von Ergebnissen auf Wirkung lenkt – und was das für die Führung bedeutet.

Experte und Autor

Dr. Felix Horner
Präsident des Stiftungsrates

ESPRIX Excellence Suisse

E-Mail: felix.horner@esprix.ch