Der entscheidende Perspektivwechsel
Die ersten beiden Beiträge haben gezeigt, warum das Excellence Framework Europe (EFE) Ergebnisse nicht isoliert betrachtet, sondern sie entlang der IOOIS-Wirkungskette einordnet.
Daraus ergibt sich eine wesentliche Konsequenz: Exzellente Führung optimiert nicht primär Ergebnisse, sondern gestaltet bewusst die Bedingungen, unter denen Wirkung entstehen kann.
Oder zugespitzt: Führung gestaltet Systeme – nicht Ergebnisse.
Damit verändert sich auch die zentrale Führungsfrage. Im Mittelpunkt steht nicht mehr primär die Frage, welche Ziele erreicht werden sollen, sondern welche Wirkung ermöglicht werden soll und welche organisationalen Fähigkeiten dafür erforderlich sind.
Wirkung entfaltet sich über die Zeit
Organisationen funktionieren nicht wie Maschinen. Wirkung entsteht selten unmittelbar als Folge einzelner Maßnahmen. Sie entfaltet sich vielmehr schrittweise entlang der Wirkungskette über längere Zeiträume.
Viele Organisationen bleiben dennoch beim Output stehen und verwechseln Leistung mit Wirkung.
Ein Training erzeugt zunächst Output (Leistung), verbesserte Zusammenarbeit zeigt sich später als Outcome (Nutzen) und eine veränderte Kultur oft erst langfristig als Impact (Wirkung).
Wirkung baut auf dem geschaffenen Nutzen auf und zeigt sich häufig erst zeitverzögert. Gleichzeitig entsteht sie aus dem Zusammenspiel organisationaler Fähigkeiten wie Orientierung, Strategie, Zusammenarbeit, Wertschöpfung und Veränderungsfähigkeit.
Einzelmaßnahmen erzeugen Aktivität. Systeme ermöglichen Wirkung.
Gerade darin zeigt sich die eigentliche Herausforderung von Führung: Wirkung lässt sich nicht direkt anordnen oder kontrollieren. Sie entsteht vielmehr aus den Bedingungen, die Organisationen bewusst gestalten.
Was Ergebnisse wirklich zeigen
Ergebnisse machen sichtbar, wie gut das zugrunde liegende System funktioniert.
Letztlich erzielt jede Organisation genau jene Ergebnisse, für die ihr System ausgelegt ist.
Das Excellence Framework Europe (EFE) unterstützt Organisationen dabei, diese Zusammenhänge besser zu verstehen und ihre organisationalen Fähigkeiten gezielt weiterzuentwickeln.
Ergebnisse sind Symptome. Systeme sind Ursachen. Führung gestaltet Systeme.
Organisationale Fähigkeiten, Muster der Zusammenarbeit, Entscheidungsprozesse und Veränderungsfähigkeit bestimmen, ob und in welchem Ausmaß Wirkung entstehen und dauerhaft erhalten bleiben kann.
Deshalb gilt:
Exzellente Führung optimiert nicht primär Ergebnisse – sie gestaltet die Systeme, die Wirkung überhaupt erst ermöglichen.
Wirkung lässt sich nicht direkt steuern. Sie entsteht aus den Systemen, die Führung bewusst gestaltet.
Experte und Autor
Dr. Felix Horner
Präsident des Stiftungsrates
ESPRIX Excellence Suisse
E-Mail: felix.horner@esprix.ch
Webseite: ESPRIX Excellence Suisse