Bei Ihrer Nutzung des Excellence Framework Europe (EFE) lesen Sie viele Informationen, dabei begegnen Sie oft einem spezifischen Vokabular. Auf dieser Seite erklären wir Ihnen kurz die wichtigsten Begriffe. Falls Sie weitere Begriffe erklärt haben möchten, melden Sie sich bei uns.
A
Auswirkungen
Langfristige, emergente Veränderungen in gesellschaftlichen, ökologischen oder wirtschaftlichen Systemen. Sie beschreiben, wie sich Wirkungen (Impact) über direkte Zielgruppen hinaus entfalten – einschließlich unbeabsichtigter oder unerwarteter Folgewirkungen.
Auswirkungen (Systemic Effects) können sowohl positive Spill Over-Effekte (z. B. kultureller Wandel, neue Marktlogiken) als auch unerwünschte Nebenfolgen (z. B. Verdrängungseffekte, gesellschaftliche Polarisierung) umfassen.
B
Business Continuity Management (BCM)
Business Continuity Management (BCM) soll durch den systematischen Managementansatz verhindern, dass es zu einer Betriebsunterbrechung bzw. Unterbrechung der Lieferfähigkeit einer Organisation kommt. Falls dieses Worst-Case-Szenario doch eintreten sollte, soll das BCM helfen, den Verlauf des Zwischenfalls zu verbessern und rasch wieder systematisch die Betriebsfähigkeit bzw. Lieferfähigkeit zu erlangen.
Organisationen mit einem zertifizierten Business Continuity Management System sind in der Lage, im Fall des Falles die unterbrochenen bzw. beeinträchtigten Prozesse deutlich schneller wieder aufzunehmen als Firmen ohne BCM und stärken so ihre Resilienz.
C
CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive)
Richtlinie zur Berichterstattung von Nachhaltigkeit in Organisationen
E
Ecosystem
Siehe Kontext der Organisation
Effektivität (Synonym: Wirksamkeit; Effectiveness)
Grad, in dem angestrebte Outcomes durch Outputs tatsächlich erreicht werden. Effektivität beschreibt auch die Wirksamkeit einer Maßnahme unter realen Bedingungen – beide Begriffe werden im EFE-Kontext synonym verwendet.
… auch: „Die richtigen Dinge tun – Erreichen der beabsichtigten Ziele und Wirkungen – Der Grad, in dem geplante Tätigkeiten verwirklicht und geplante Ergebnisse erreicht werden.
Effizienz (Efficiency)
Verhältnis zwischen eingesetzten Ressourcen (Input) und erzeugten Leistungen (Output). Eine Organisation ist effizient, wenn sie mit wenig Aufwand viel Leistung erbringt.
… auch: Die Dinge richtig tun – Optimierung des Verhältnisses von Ressourceneinsatz (Input) zu erbrachter Leistung (Output) – Das Verhältnis zwischen dem erzielten Ergebnis und den eingesetzten Ressourcen.
Entwicklung
Ein geplanter, meist längerfristiger Prozess, durch den Fähigkeiten, Strukturen, Kultur oder Angebote einer Organisation systematisch ausgebaut und auf ein höheres Reife- oder Leistungsniveau gebracht werden. Entwicklung kann sowohl inkrementell als auch sprunghaft verlaufen und schließt kontinuierliche Verbesserungen ein, geht aber darüber hinaus, weil sie auf nachhaltige Leistungssteigerung und Zukunftsfähigkeit zielt.
Ergebnis
Ergebnisse – ob quantitativ (zahlenbasiert, messbar) oder qualitativ (beschreibend, erfahrungs- oder wahrnehmungsbasiert) – sind gleichwertig und ergänzen sich. Quantitative Ergebnisse ermöglichen strukturierte Vergleiche und machen Entwicklungen im Zeitverlauf sichtbar.
Qualitative Ergebnisse liefern Kontext, verdeutlichen Zusammenhänge und zeigen den erlebten Nutzen. Gemeinsam informieren Ergebnisse über eingesetzte Ressourcen (Input), erbrachte Leistungen (Output) und geschaffenen Nutzen (Outcome) – bis hin zu Wirkung (Impact) und systemischen Veränderungen (Systemic Effects)
ESRS (European Sustainability Reporting Standards)
Standards für die Details der Nachhaltigkeitsberichtserstattung von Organisationen in der EU
Excellence
Excellence bedeutet Entwicklung, die Leidenschaft verlangt und Können erfordert, um mit Geduld und Ausdauer für alle Beteiligten Zukunftsfähigkeit immer wieder zu gewährleisten.
Excellence ist Haltung und Anspruch zugleich. Excellence steht für das sinnhafte, strukturierte, verantwortungsbewusste und umfassende Streben nach nachhaltig positiver Wirkung in sozialer, ökologischer und ökonomischer Hinsicht. Excellence bedeutet bewusste Entwicklung weit über das Gewohnte hinaus, um organisationale Fitness sowie Leistungs-, Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit zu sichern – immer wieder aufs Neue.
Excellence Framework Europe (EFE)
Modelloffenes, praxisnahes und frei zugängliches Rahmenwerk für die Gestaltung und Bewertung von Excellence mit den drei Bausteinen EFE-Prinzipien, EFE-Hexagon und EFE-Reifegradmodell. Das Excellence Framework Europe (EFE) ist inhaltliches Fundament, Werkzeug und methodische Grundlage für die Entwicklung und die täglich gelebte Umsetzung von Excellence. Es beschreibt, was nachhaltige Excellence ist, welche Fähigkeiten Organisationen dafür benötigen und wie diese Fähigkeiten im täglichen Tun entfaltet und bewertet werden können.
I
Integriertes Managementsystem (IMS)
Ein Integriertes Managementsystem (IMS) ist die strukturierte Zusammenführung mehrerer Managementsysteme (z. B. Qualität, Umwelt, Arbeitssicherheit, Informationssicherheit) in ein einheitliches, ganzheitliches System. Statt einzelne Systeme parallel zu führen, werden Prozesse, Verantwortlichkeiten, Dokumentation und Ziele gebündelt gesteuert. Ziel ist es Doppelarbeit zu vermeiden, Synergien zu nutzen, Transparenz und Effizienz zu erhöhen, Risiken ganzheitlich zu steuern und Compliance sicherzustellen.
Betriebe setzen zunehmend auf eine integrierte Implementierung von Managementsystemen. Integration bietet viele Vorteile: klare, abgestimmte Verantwortlichkeiten und Aufgabenzuteilungen, einen besseren Überblick über das Gesamtsystem der Organisation und daraus resultierend Kostenoptimierungen. Wichtig dabei ist, wie eine optimale, integrierte Struktur aufgebaut werden kann, so dass die Systeme in den verschiedenen Ebenen bzw. Systemelementen ineinander greifen und die fortlaufende Verbesserung der Unternehmensqualität sichern.
Interessengruppe (synonym: Anspruchsgruppe, Interessierte Partei, Stakeholder)
Interessengruppen sind Personen, Gruppen oder Organisationen, die ein direktes oder indirektes Interesse an der Organisation, ihren Aktivitäten und ihrer Leistung hat, weil sie die Organisation entweder beeinflussen kann oder von ihr beeinflusst wird.
Zu den internen Interessengruppen zählen: Mitarbeitende und deren Vertreter, Anteilseigner und die Gremien wie Aufsichtsrat, sowie je nach Festlegung auch Partner, die sehr nahe an der Organisation sind.
Zu den externen Interessengruppen zählen Kunden, Partner und Lieferanten, Gesellschaft, Regulatoren (Behörden), Medien und Interessensvertreter sowie (lokale) Politik und das sozio-ökonomische Umfeld.
IOOIS-Schema
Das IOOIS-Schema (Input–Output–Outcome–Impact–Systemic Effects) bietet einen einfachen, aber wirkungsvollen Rahmen, um das Tun und Wirken einer Organisation aus Ergebnissicht darzustellen. Es beschreibt die Wirkungslogik vom Einsatz der Ressourcen (Input) über die erbrachten Leistungen (Output), den daraus entstehenden kurz- bis mittelfristigen Nutzen (Outcome) bis hin zu den mittel- bis langfristigen Wirkungen (Impact) und deren weitreichenden Auswirkungen (Systemic Effects) in gesellschaftlicher, ökologischer und ökonomischer Hinsicht. So wird nachvollziehbar, wie eine Organisation ihre Mittel einsetzt, welche Leistungen sie erbringt, welchen Nutzen sie für ihre Anspruchsgruppen schafft und welchen Beitrag sie zu ihrem sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Umfeld leistet.
K
Kompetenz
Die Fähigkeit, Wissen und Fertigkeiten anzuwenden, um beabsichtigte Ergebnisse zu erzielen. Die dargelegte, formale Kompetenz wird manchmal als Qualifikation bezeichnet (ISO 9000:2015)
Kontext der Organisation (synonym: Umfeld, Umwelt, Ecosystem)
Der Kontext umfasst die Kombination aus gesellschaftlichen, sozialen, kulturellen und auch zwischenmenschlichen Umständen, das Umfeld, in dem die Organisation eingebettet ist und agiert. Der Kontext hat Auswirkung auf die Organisation hinsichtlich Orientierung, Strategie, Wertschöpfung und Wirkung. Anmerkung zum Begriff: Im Englischen werden für diesen Begriff häufig Benennungen verwendet, wie z. B. „business environment“, „organizational environment“ „ecosystem of an organization“.
Kultur (synonym: Organisationskultur)
Kultur umfasst die gemeinsamen Werte, Normen, Überzeugungen und Verhaltensweisen, die das soziale Miteinander, die Zusammenarbeit in einer Organisation prägen. Sie bestimmt, wie die Mitglieder einer Organisation interagieren, Entscheidungen treffen und auf interne sowie externe Herausforderungen reagieren. Die Organisationskultur entwickelt sich im Laufe der Zeit durch die gemeinsamen Erfahrungen und Traditionen innerhalb eines Unternehmens.
L
Leistungen (Output)
Unmittelbare Ergebnisse einer Aktivität – etwa hergestellte Produkte, erbrachte Dienstleistungen, publizierte Inhalte oder erreichte Personen. Sie entstehen direkt im Anschluss an die Umsetzung und sind meist quantitativ messbar.
Lieferant
Eine externe Organisation oder Partei, die eine Organisation im Rahmen einer vertraglich geregelten Geschäftsbeziehung mit Produkten, Dienstleistungen oder Ressourcen versorgt.
N
Nutzen (Outcome)
Kurz- bis mittelfristige Veränderungen bei Zielgruppen oder Stakeholdern, die durch Outputs ausgelöst werden – z. B. gesteigerte Fähigkeiten, Verhaltensänderung, Zufriedenheit oder wahrgenommener Nutzen.
O
Öko-Design Verordnung (EU) 2024/1781
Verordnung zur Schaffung eines Rahmens für die Festlegung von Ökodesign-Anforderungen für nachhaltige Produkte (Juli 2024)
P
Partner
Eine externe Organisation oder Partei, mit der eine Organisation über einen reinen Leistungs- oder Lieferbezug hinaus aus strategischen oder operativen Gründen zusammenarbeitet, um gemeinsame Ziele zu verfolgen und nachhaltigen gegenseitigen Nutzen zu schaffen.
Partnerschaft
Eine bewusst gestaltete, auf Dauer angelegte Zusammenarbeit zwischen einer Organisation und einem oder mehreren Partnern, die durch gegenseitige Verantwortung, abgestimmte Ziele und gemeinsame Wertschöpfung geprägt ist.
R
Reife (Maturity)
Reife bezeichnet den tatsächlich vorhandenen, qualitativ beobachtbaren Zustand einer Fähigkeit, Praxis oder Vorgehensweise in einer Organisation.
Reifegrad (Maturity level – as a result)
Der Reifegrad ist die formale, quantitative Einordnung der beobachteten Reife in eine diskrete Stufe eines Reifemodells.
Reifegradstufe (Maturity level – as a model level)
Eine Reifegradstufe ist eine definierte Entwicklungsstufe innerhalb eines Reifemodells, die typische Merkmale eines bestimmten Reifeniveaus beschreibt.
Reifemodell
Ein Reifemodell ist ein strukturierender Bezugsrahmen, der die Entwicklung organisationaler Fähigkeiten über mehrere Reifegradstufen hinweg beschreibt.
Resilienz
Sinnhaftigkeit, Vorhersehbarkeit und Handhabbarkeit sind wichtige, zu erfüllende Dimensionen, um die Resilienz der Individuen zu stärken und Veränderungsbereitschaft zu fördern. Resilienz von Mitarbeitenden und Führungskräften braucht es, weil Veränderungen auch immer mit krisenhaften Situationen verbunden sind. Diese gilt es auszuhalten
Reife (Maturity level – as a model level)
Eine Reifegradstufe ist eine definierte Entwicklungsstufe innerhalb eines Reifemodells, die typische Merkmale eines bestimmten Reifeniveaus beschreibt.
Ressourcen (Input)
Ressourcen, die eine Organisation bereitstellt, um ihre Aktivitäten umzusetzen. Dazu zählen finanzielle Mittel, Zeit, Wissen, Personal, Infrastruktur oder Netzwerke.
S
Strategische Partnerschaft
Eine Partnerschaft, die gezielt zur Erreichung der langfristigen strategischen Ziele der Organisation beiträgt und durch hohes gegenseitiges Commitment, enge Abstimmung sowie gemeinsame Weiterentwicklung gekennzeichnet ist.
T
Transformation
Eine tiefgreifende, grundlegende Veränderung, welche die Identität, Funktionsweise oder das Geschäftsmodell einer Organisation wesentlich neugestaltet. Transformation findet oft unter hoher Unsicherheit statt, erfordert Experimentieren, Anpassungsfähigkeit und das Infragestellen von Grundannahmen. Sie ist mehr als eine Abfolge von Verbesserungen – sie verändert die „Spielregeln“ im System selbst und kann das gesamte Ökosystem einer Organisation betreffen.
Analogie: Wie eine Dschungeldurchquerung – Ziel und Weg sind nicht klar, Hindernisse sind unvorhersehbar, und man muss improvisieren, neu entscheiden und oft umkehren, um voranzukommen.
U
USP
Unique Selling Proposition
V
Veränderung (Change)
Gezielter oder ungeplanter Übergang von einem bestehenden Zustand in einen neuen Zustand. Veränderungen können klein oder groß, geplant oder spontan, intern angestoßen oder extern erzwungen sein. Sie betreffen Strukturen, Prozesse, Arbeitsweisen oder Haltungen und erfordern sowohl Veränderungsbereitschaft als auch Veränderungsfähigkeit.
Analogie: Wie eine Bergbesteigung – Ziel und Route sind bekannt, man kann planen und trainieren, der Fortschritt ist messbar.
Veränderungsbereitschaft (Veränderungswille)
Die innere Haltung und der Wille einer Person oder Organisation, sich aktiv auf Veränderungen einzulassen. Veränderungsbereitschaft umfasst die Offenheit für Neues, die Akzeptanz der Notwendigkeit von Anpassungen sowie die Motivation, sich am Veränderungsprozess zu beteiligen. Sie ist vor allem psychologisch geprägt und entsteht durch Vertrauen, Sinnverständnis und erlebte Teilhabe.
Veränderungsfähigkeit
Die tatsächliche Kompetenz einer Person oder Organisation, Veränderungen wirksam umzusetzen. Veränderungsfähigkeit umfasst Wissen, Methoden, Ressourcen, Strukturen und Prozesse, die erforderlich sind, um Wandel zielgerichtet zu gestalten und nachhaltig zu verankern. Sie ist stärker praktisch-technisch geprägt und hängt vom organisationalen Kontext sowie von verfügbaren Mitteln und Kompetenzen ab.
Veränderungswirksamkeit
messbare Effekte einer Veränderung auf Organisation, Kultur und Leistung
Verbesserung (Improvement)
Eine gezielte Veränderung, die zu messbar besseren Ergebnissen oder Wirkungen führt. Verbesserungen sind in der Regel inkrementell und betreffen klar abgegrenzte Bereiche, z. B. die Optimierung eines Prozesses, die Reduktion von Fehlern oder die Steigerung der Kundenzufriedenheit.
Grundlage ist häufig die PDCA-Logik: Planen – Umsetzen – Überprüfen – Anpassen.
W
Wertschöpfungskette
Gesamtheit aller Aktivitäten zur Erstellung eines Produkts/Dienstleistung
Wirkung (Impact)
Langfristige, übergeordnete Veränderungen im gesellschaftlichen, ökologischen oder wirtschaftlichen Kontext – ausgelöst durch Nutzen (Outcome). Wirkungen sind in der Regel beabsichtigte, angestrebte Veränderungen, die eine Organisation über ihre Leistungen und den daraus entstehenden Nutzen erzielen möchte. Sie sind nicht mehr direkt steuerbar, aber bewusst auf Zielbilder und Zweck ausgerichtet.
Wirkungskraft (Impact strength)
Verhältnis zwischen Outcome (Nutzen) und Impact (Wirkung). Sie beschreibt, wie stark kurzfristige Resultate tatsächlich langfristige Veränderungen bewirken. Describes the degree to which outcomes actually contribute to mid- to long-term impacts.